650 m – 1.100 Einwohner
Über
dem Schlichemtal auf der Hochfläche des Kleinen Heubergs liegt die Gemeinde
Dormettingen. Mit nahezu 1.100 Einwohnern und mit über 600 Arbeitsplätzen
hat sich Dormettingen in den letzten Jahren, auch unter großem Einsatz
der Bürgerschaft zu einem blumengeschmückten Ort entwickelt, der beim
Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet
wurde. Dazu haben auch die vielen im Rahmen der Dorfentwicklung geförderten
Gebäudesanierungen im privaten und öffentlichen Bereich beigetragen.
Gerade dies hat sich sehr vorteilhaft auf das Dorfbild ausgewirkt und die Infrastruktur
verbessert.
Dormettingen kann auf eine lange und bewegte Vergangenheit zurück blicken.
Bevor jedoch Dormettingen durch seine erste urkundliche Erwähnung aus dem
Dunkel der Geschichte tritt, hatten sich in unserer Heimat und in der näheren
Umgebung in den Jahrhunderten davor viele Generationen und Völker nieder
gelassen.
Die
erste urkundliche Erwähnung von Dormettingen erfolgte im Jahre 786, als
Graf Gerold, der Schwager Karls des Großen, Güter unseres Ortes an
das Kloster St. Gallen schenkte. Der Ort trat damals auf als „Toromoatingen“,
Jahr 793 als Tormuotinga“ und 1056 als „Dormutingan“. Als
weitere Inhaber von Höfen treten in dieser Zeit Reichenau, Kloster St.
Georgen und Kloster Rottenmünster auf. Die Umstände, durch welche
Dormettingen an die Herrschaft Kallenberg kam, sind bis heute noch nicht erforscht.
Im Laufe der Jahre und Jahrhunderte kam es zu mehreren Verkäufen und Verpfändungen
bis dann im Jahre 1806/07 der Ort dem württembergischen Oberamt Balingen
und 1810 dem Oberamt Spaichingen unterstellt wurden. Zum Oberamt Rottweil kam
Dormettingen 1842 und zum Kreis Balingen schließlich im Jahre 1938. Seit
der Kreisreform 1973 gehört Dormettingen zum Zollernalbkreis.
Die Pfarrei von Dormettingen, erstmals im Jahre 1275 erwähnt, wurde 1970
dem Dekanat Balingen zugeteilt. Die Dorfkirche wurde in den Jahren 1712 –
1723 errichtet. Nach dem großen Brand von 1826, dem wohl auch das alte
Schulhaus mit der Ratstube zum Opfer fiel, wurde 1828 ein Schul- und Rathaus
erbaut.
Während der langen Geschichte von Dormettingen hatten seine Einwohner
oft große Not zu ertragen. So wurden viele Menschen durch die Realteilung
der Grundstücke und durch Missernten gezwungen, die Heimat zu verlassen.
Nicht zuletzt durch die beiden Weltkriege im vergangenen Jahrhundert musste
Dormettingen große menschliche und materielle Opfer bringen.
Nachdem Dormettingen ursprünglich rein bäuerlich gewesen war, gingen
gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr Bewohner gewerblichen Tätigkeiten
nach bzw. setzte dann die Pendelwanderung in die Fabriken nach Balingen und
später auch nach Dotternhausen ein.
Heute
hat Dormettingen vor allem den Charakter einer Wohngemeinde. Die Einwohnerzahlen
stiegen in den letzten Jahren stürmisch an. Ähnlich entwickelte sich
auch der gewerbliche Bereich. Auf dieser Grundlage sind in den letzten Jahren
auf sozialem und kommunalem Gebiet beachtliche Leistungen erbracht worden. Die
in einem modernen Gemeinwesen erforderlichen Einrichtungen wie eine Mehrzweckhalle
oder ein
dreigruppiger Kindergarten wurden geschaffen. Mit einer umfassenden Rathaussanierung
kann seit 1998 wieder eine zeitgemäße Gemeindeverwaltung angeboten
werden. Große Anstrengungen wurden auch im Umweltschutzbereich unternommen,
wobei hier hauptsächlich die Abwasserbeseitigung genannt werden soll. Im
Rahmen der Eigenkontrollverordnung wurden alle Kanäle untersucht. Anschließend
wurden die festgestellten Schäden behoben, damit eine Untergrund- und Grundwasserverschmutzung
vermieden wird. Derzeit steht der Bau eines Retentionsbodenfilters als Regenrückhaltebecken
kurz vor dem Abschluß, so dass die Abwasserbeseitigung den Erfordernissen
der nächsten 10 Jahre gerecht werden dürfte.
Das
rege Vereinsleben mit den unterschiedlichsten Angeboten im musikalischen, sportlichen
und sonstigen Bereich fördert nicht nur das Zusammenleben der Einheimischen,
sondern auch das der Neubürger, denen so der Anschluss an die Dorfgemeinschaft
erleichtert wird. Gerade der Bau der Mehrzweckhalle 1993/1994 hat dem Vereinsleben
noch größeren Auftrieb gegeben. Zusammen mit der Schulturnhalle besteht
daher ein gutes Angebot. Das kann man auch daraus ersehen, dass beide Hallen
täglich für den Sport- und Übungsbetrieb genutzt werden.
In einer Zeit gestiegener Arbeitsanforderungen spielt auch die Freizeitgestaltung
zur Regeneration eine wichtige Rolle. Obwohl der Fremdenverkehr bei uns kein
Faktor ist, wissen wir um den Erholungscharakter und die Schönheit unserer
Heimat. Deshalb werden die land- und forstwirtschaftlichen Wege, die auch als
Wanderweg dienen, Instand gehalten und wo nötig noch ausgebaut.
Wie in der Vergangenheit so ist zukünftig vieles von den finanziellen
Möglichkeiten der Gemeinde abhängig. Hier gilt es wie bisher die Chancen
und Risiken abzuwägen, um eine gesunde Entwicklung voran zu treiben. Darüber
hinaus müssen wir danach streben, durch weitere Investitionen das Lebensumfeld
und damit die Lebensqualität zu verbessern. Die Vorteile der Städte
im Dienstleistungsbereich, mit den kulturellen Möglichkeiten oder beim
öffentlichen Personennahverkehr sind bekannt. Dagegen ist die Bevölkerung
im ländlichen Raum immer noch auf die Nutzung privater Kraftfahrzeuge angewiesen.
Die künftige Entwicklung Dormettingens, die hauptsächlich die Eigenentwicklung
beinhalten soll, ist durch die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten gesichert.
Dormettingen kann deshalb zuversichtlich in die Zukunft blicken.
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